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Eine neue Balance

gepostet 15.08.2022

300 Quadratmeter ebenerdig in elegant renovierten Gewerberäumen eines von Efeu umrankten Altbaus nahe Halensee. So präsentiert sich die neue Zweigstelle für moderne und zeitgenössische Kunst des traditionsreichen Berliner Auktionshauses Dannenberg, das nach mehrmaligem Standortwechsel heute an der Seesener Straße in Wilmersdorf mit drei Etagen beheimatet ist.

Seit 1976 an der Spree ansässig und nach Übergabe des Firmengründers an die Brüder Alexander und Robert Ernst vor 15 Jahren auf internationalem Expansionskurs, versteigert das Stammhaus jährlich im Bereich Kunst und Antiquitäten an die 20 000 Objekte. Sie reichen vom Teppich bis zum Brillantring, vom Barockmöbel über Porzellan, Altmeistergemälde und historisches Spielzeug bis zum Design des 20. Jahrhunderts. Auch Mode und Oldtimer kommen gelegentlich unter den Hammer oder ein Prominenten-Nachlass wie zuletzt der des 2020 verstorbenen Starfriseurs Udo Walz.

Unter dem Namen AD fine art auction hat Dannenberg nun eine Dependance für moderne und zeitgenössische Kunst mit Schwerpunkt auf Malerei, Grafik und Skulptur des 20. und 21. Jahrhunderts eröffnet. Den Anstoß zum neuen Auftritt am Ku’damm gaben Klaus Spermann und Jörg Maass, beide seit nahezu 40 Jahren im Berliner Kunsthandel tätig. Gemeinsam leiteten und berieten sie lange die Moderne-Abteilung des Berliner Auktionshauses Bassenge. Nach dem Tod des damaligen Firmenchefs Tilman Bassenge 2016 verließen Spermann und Maass im vergangenen Sommer das Haus.

Der eine ist auf Künstler:innen der sogenannten Verschollenen Generation der um 1900 Geborenen sowie auf Kunst aus der ehemaligen DDR spezialisiert, der andere als anerkannter Beckmann- und Expressionismus-Experte auf die klassische Moderne, deutsche Nachkriegskunst sowie die Fotografie des 20. Jahrhunderts. Nun fungieren bei AD fine art auction Spermann als Geschäftsführer und Maass als Berater. Mit ins Team kamen drei junge Kunsthistorikerinnen: die an der Sorbonne promovierte Dalila Meenen sowie Melanie Keicher und Katharina Seiffart, die in puncto Expertise und Provenienzforschung über reichlich Erfahrung verfügen.

Nach der Eröffnung unter den Anfang des Jahres herrschenden Corona-Regeln startete im Mai die erste Live-Auktion mit knapp 300 Losen, von denen rund 80 Prozent ihre Käufer fanden. Der Umsatz belief sich inklusive Aufgeld auf knapp 1,2 Millionen Euro und überstieg die Gesamtschätzung um mehr als 20 Prozent. Bemerkenswerte Ergebnisse erzielte etwa Ernst Ludwig Kirchners Pastell „Junges Mädchen in blauem Kleid“ (um 1918), das mit 89 600 Euro über das Doppelte der Kalkulierung brachte, sowie Georg Kolbes nackte, bronzene „Flora“ als seltener Frühguss von 1939. Kräftige Steigerungen gab es auch bei den Künstlern aus der ehemaligen DDR: Bernhard Heisigs Ölbild „Der Kriegsfreiwillige“ aus den 1980ern stieg von 15 000 auf 52 000 Euro, zwei Gemälde des selten angebotenen Hans Ticha von 1983 lagen mit 26 000 bzw. 13 000 Euro ebenfalls deutlich über den Erwartungen.

Neben zwei Präsenzauktionen, von denen die nächste am 12. November stattfindet, sind künftig auch Online-only-Auktionen geplant, die nur über das Internet laufen. Daneben werden kleinere, temporär begrenzte Verkaufsausstellungen das Programm von AD fine art auction ergänzen. Im Juni war es die Präsentation der aus Thüringen stammenden Malerin und Grafikerin Gerda Lepke mit ihren großformatigen informellen Leinwänden von strahlender Farbigkeit der Jahre 1972 bis 2010. Vorträge oder Lesungen sollen Kunstinteressierten die Zeit zwischen den Versteigerungen vertreiben. Zur hauseigenen Bibliothek gehören inzwischen über 4000 Bände, von der kleinen Infobroschüre bis zum seitenstarken Werkverzeichnis.

Im Entrée von AD fine art auction wacht Matthias Jackischs „Balance“ von 2003 aus Birnenholz und Granit als Leihgabe einer Privatsammlung über das Geschehen. Eine Frau in Lebensgröße, die souverän zwei Steine schleppt. Der eine thront mit vierzig Kilogramm auf ihrem Kopf, den anderen trägt sie mit einer Schnur an der Hand. Eine Synthese zwischen Kunst und Leben, die über eine Existenzerfahrung des sächsischen Bildhauers Auskunft gibt: Nichts macht einen wirklich kaputt, allen Verletzungen, Ängsten und Rissen im biografischen Film zum Trotz.

 

Autorin: Angelika Leitzke, Der Tagesspiegel

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Mo. - Fr. 9:00 - 18:00 Uhr

E-Mail: info@ad-fineart.de 

 

 

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